Eine Kindheit hinter der Mauer

Hallo Leute!

Cathy Gelbin wurde in Ost- Berlin vom Jahr 1963 bis 1985 erzogen. Im Jahr 1985 bewarb sie sich erfolgreich für einen der neuen Passe, mit dem man die Grenze zu West-Berlin überqueren konnte, aber man nie zurückfahren konnte.  Ich hatte die Chance mit ihr über ihre Erfahrungen in Ost- und West-Berlin während des DDR- Regimes zu sprechen.

Sie wohnte innerhalb von zehn bis fünfzehn Minuten der Mauer, und die Leute fühlten sich eingeschlossen. Wie viele Teenager dieser Epoche fühlte Cathy dass  da ein mysteriöses Leben auf der anderen Seite der Mauer existiert. Es schien irreal, dass es ein komplett anderes Leben nur auf der anderen Seite der Mauer gibt, von dem die Leute im Osten ausgeschlossen waren.

Aber die Regierung versuchte ein dieser Neugier mit der Propaganda ein Ende zu setzen.  „Ich erinnere mich, dass ich sehr wütend auf die Regierung war. Sie versuchte uns immer unter Kontrolle zu halten mit ihrem Lügen: die Idee, dass unsere Seite der Mauer sicherer wäre, und dass wir von der Regierung gegen den bösen Kapitalismus geschützt worden seien.“ In Realität befand sich Ost- Berlin in einem schlechteren Zustand als West-Berlin. Die Gebäude trugen Narben des Zweiten Weltkrieg, überall in der Stadt gab es Einschusslöcher in den Gebäuden, und andere Verschleißerscheinung, die man jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit oder Schule sehen konnte. Die Fassade der Gebäude war nie bunt bemalt. Im Westen war es Cathy’s Familie häufig erlaubt, ihre Familie im Osten zu besuchen. Damals sagten sie, dass Ost-Berlin  genauso wie West-Berlin wäre, aber in den fünfziger Jahren.

Das Regime im Kopf „Die ältere Generation wurden einfach dazu gezwungen zu glauben, dass die DDR der Weg zum Weltfrieden war,“ erklärte mir Cathy. Die Regierung behauptete, dass wenn man nicht an Kommunismus glaubt, glaube man nicht an den Frieden. Die Propaganda des Kommunismus als einer utopischen und friedlichen Lebensform war besonders effektiv bei der Generation die noch vor wenigen Jahren den Krieg durchlebte. Weiterhin behauptet die DDR-Regierung, dass Kapitalismus zu Gewalt und Krieg führte. Die Ausbildung war auch eine Indoktrinationsmethode. Der Syllabus war gesetzlich vorgeschrieben um die Regierung und den Kommunismus zu glorifizieren. Die Lehrer konnten nur unterrichten, was erst von dem Regime genehmigt wurde. Kinder lernten früh im Leben, dass man über bestimmte Themen nur mit engen Verwandten oder Freunden reden konnte. Menschen, die diese unausgesprochenen Regeln missachten, fanden bald heraus, dass sie nicht in der Universität akzeptieren worden, oder ihrer Kinder nicht in die gute Schule gehen konnten, oder dass über sie bei der nächsten Beförderung hinweggesehen wurden. „Niemand dachte darüber nach“ sagt Cathy, „Das war Alltag“.

Sie bewarb sich in 1985 für einen Einwanderungspass nach West-Berlin, für den man sich ab 1981 bewerben konnte. Niemand wusste, ob es wirklich funktionieren würde, und es war klar, dass man nicht mehr zurück konnte, sobald man die Grenze überquert hatte. Trotzdem nahm Cathy die größte Chance ihres Lebens wahr und überquerte die Grenze ins West-Berlin.

Das Leben an der Universität in West- Berlin „Damals war West-Berlin eine Art Insel der Freiheit. Eine kleine Blase, vom Kommunismus umschlossen, ohne Militär, Stasi und mit allen Vorteilen des Westens. Es war ein wunderbarer Ort zum experimentieren. Es gab viele post-Hippies, Punks und post-Modernisten. Da das Geld aus West-Deutschland kam, blieb die Miete sehr billig, Dies war auch der Fall weil es einen Mangel dort Karrierechancen gab und ein Großteil der Bevölkerung West-Berlins Hippies oder junge Leute waren. Es war wie ein Kinderspielplatz und wir machten das Beste aus jeden Tag. Im Hintergrund waren die Raketen von Russland und den USA auf uns gerichtet. Dessen war sich jeder bewusst.

„An der Universität gab es eine Lust alles zu lernen. Die Generation nach den Nationalsozialisten wollte wissen, wie sie die Welt besser machen konnten. Man wollte verstehen, wie man Hass und Rassismus in Zukunft verhindern kann.“ Cathy beschrieb mir ein Leben ohne echte Verantwortungen, umgeben von anderen intellektuellen Jugendlichen, die nichts wirklich zu tun hatten außer zu debattieren und die große Fragen von Philosophie, Emanzipation und Rassismus usw. zu diskutieren. „Es war frei und inspirierend“. Für diese jungen Leute war die Freiheit und die Möglichkeit zu lernen sehr wichtig.

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